Die Kinder.Musikwerkstatt ist da!

17. Januar, 2016

Endlich ist es soweit. Das Abenteuer kann beginnen. Nach langem Überlegen und einigem hin und her ist die Entscheidung nun gefallen. Ich werde meine eigene Chefin. Das klingt zumindest für den Anfang schon mal ganz gut. Nachdem ich mehrere Jahre mit viel Freude als Musiktherapeutin, Erzieherin und Musikerin mit Kindern gemeinsam Musik machen konnte und viele schöne Projekte realisieren durfte, habe ich mich entschlossen den Weg in die Selbständigkeit zu wagen und habe die Kinder.Musikwerkstatt Jena ins Leben gerufen. Jeder der schon einmal in einer Kindertagestätte gearbeitet hat, weiß wie schwer es ist neben den alltäglichen Arbeiten einer Erzieherin Zeit und Muße für die Umsetzung musikalischer Projekte zu finden. Leider kommt es immer häufiger vor, dass die Musik ganz und gar aus den Kitas verschwindet, oder im schlimmsten Fall nur noch Volker Rosin aus dem Lautsprecher dudelt. Diesem traurigen Trend will ich Einhalt gebieten. Dafür habe ich zwei Strategien zurechtgelegt.

Die erste Strategie: Ich komme mit meinen sieben Sachen in die Kindergärten und begebe mich mit den Kindern auf musikalische Entdeckungsreise.

Im besten Falle mit einer Gruppe von 10 Kindern, die ich über ein Jahr lang wöchentlich begleite. So können wir uns in Ruhe mit Muße und ausreichend Zeit ganz und gar der Musik widmen. Aus meiner eigenen Erfahrung als Erzieherin weiß ich nur zu gut, wie schwierig es sein kann eine musikalische Idee umzusetzen, wenn man nebenbei Obstfrühstück vorbereitet, Portfolio-Seiten gestaltet, Elternfragen zwischen Tür und Angel beantwortet, gestresste Kolleginnen erdet, Läusekontrolle macht, Betten bezieht, Handtücher wechselt, zur Teamberatung rennt, die Kinder im Nachbarraum auch noch beaufsichtigen muss, weil die Kollegin sich mal wieder von ihrem Freund getrennt hat, eine mehr oder weniger große Pfütze vor der Toilette aufwischt, Kuscheltiere sucht, Bücher vorliest usw. Ich bin nun zukünftig diejenige, die den Musikkurs anbietet und ich habe unglaubliche 45 Minuten Zeit nur für die zehn Kinder die mich gerade umgeben. Das nenne ich Luxus. Und die ErzieherInnen haben immerhin für einige Zeit zehn Kinder weniger zu beaufsichtigen und sind den Druck los, doch endlich mal ein Lied mit den Kindern einzustudieren. Also purer Gewinn für alle Beteiligten.

Meine zweite Strategie ist der Weg zur Musik über die Pädagogen.

Warum fällt es so schwer Musik in die Kitas zu bringen? Ganz einfach, weil viele Pädagogen vor dem Thema Musik zurückschrecken, weil ihnen neben der Zeit auch das Selbstvertrauen und die Ausbildung fehlen. Weil sie glauben ein perfekt durchgestyltes Musikangebot abliefern zu müssen, und vergessen haben das es doch eigentlich ganz einfach ist. Gemeinsam singen, dass muss man doch gar nicht planen. Das geht doch überall! Aber was, wenn man sich vor der eigenen Stimme schämt und solche Angst hat sie zu benutzen, und gar kein Instrument spielen kann, geschweige denn eine Note entziffern? Dann komme ich und werde versuchen einige Dinge richtig zu stellen. Niemand der Musik mit Kindern machen möchte, braucht eine perfekte Stimme. Auch die Fähigkeit ein Instrument zu spielen oder Notenkenntnisse sind zwar hilfreich, aber es ist nicht unbedingt nötig. Was gebraucht wird, ist die Lust darauf Musik zu machen und die Freude daran. Um Lust und Freude zu wecken werde ich mich auf den Weg machen. Um gemeinsam mit euch etwas neu zu entdecken, was seit Menschengedenken zu einem der natürlichsten und selbstverständlichsten Dingen gehört hat, aber von uns verlernt und vergessen wurde.

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